Ergebnisprotokoll zur Versammlung der Hegegemeinschaft Rheintal GbR

In der Gaststätte „Toni’s Tenne“ in Eschbach am 03.11.2016 ab 19.00Uhr

Erstellt am 30.06.2017

Leiter der Versammlung: Paul Schmid Vortrag von Christoph Mozer von der FVA Freiburg Vortrag von René Greiner vom LJV, Natur- und Artenschutz

Insgesamt 48 anwesende Personen 19:00Uhr Eröffnung der Sitzung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte

Anschließend folgt ein Vortrag von Christoph Mozer von der FVA Freiburg zum aktuellen Stand des Projektes „MOBIL“ –Modelregion Biotopverbund Markgräflerland

- Herr Mozer präsentiert nochmals eine Zusammenfassung zum Projekt „MOBIL“

- Insbesondere geht es um ein Lockstockmonitoring und eine Unfallstatistik - Nähere Informationen finden Sie unter: www.biotopverbund-markgraeflerland.de

- Das Projekt läuft bereits seit etwa 1,5 Jahren und hat eine Laufzeit von 2015 – 2019

- Hauptsächlich betrifft es die Wildkatze, Luchs, Baummarder, Feldhase und Rebhuhn

- Herr Mozer veranschaulicht das Projektgebiet im Markgräflerland und stellt die Wildtierkorridore vor

- Des Weiteren thematisiert Herr Mozer Grünbrücken und Ausgleichsmaßnahmen

- In 57 Jagdrevieren wurden 317 Lockstöcke mit einer Gleichverteilung über die Landkreise Breisgau

-Hochschwarzwald und Lörrach ausgebracht. Dabei wurden mit Hilfe der Haarprobenanalyse 92 Nachweise der Wildkatze gewonnen. - Allgemein ist ein zunehmendes Vorkommen der Wildkatze zu beobachten

- Auf Anfrage kann Herr Mozer allen am Projekt beteiligten Revieren eine Detailkarte mit dem ggf. festgestellten Vorkommen der Wildkatze zur Verfügung stellen.

- Im Übrigen präsentiert Herr Mozer die Wildunfallzahlen aus 13 ausgewählten Jagdrevieren im Zeitraum von 2015/2016 - Auffallend hohe Unfallzahlen wurden im Jagdrevier Schliengen festgestellt. Bei genauerer Analyse wurde ein erhöhtes Risiko bei einem Wildkorridor, welcher durch eine stark befahrene Straße getrennt ist, festgestellt.

- Geplante Maßnahmen: Installation einer Wildwarnanlage (wäre erst die 2. in ganz Deutschland) mit Wärmebild- bzw. Infrarotkameras, welche die Verkehrsstraße auf anwechselndes Wild detektiert, ggf. über eine digitale Anzeige den anfahrenden Verkehr alarmiert und die zulässige Höchstgeschwindigkeit temporär reduziert.

- Einmalige Anschaffungskosten werden auf etwa 60.000€ geschätzt, wiederkehrende Kosten entstünden durch die Pflege der Grünstreifen und Wartungskosten der Anlage.

- Abschließend gibt Herr Mozer einen Ausblick auf weitere Maßnahmen o Planung 3. / 4. Gleis der DB AG o Auswertung Lockstockmonitoring Wildkatze o Umsetzung von weiteren Maßnahmen, wenn möglich im Offenland à Stärkung der lokalen/regionalen Korridore in West-/Ost-Richtung; evtl. Trüffelplanzung o Optimierung von Bestandsbauwerken (BAB 5) o Konzeptionierung Wildwarnanlage o Berücksichtigung weiterer Zielarten o Ausarbeitung weiterer Teilprojekte, u.a. „Allianz für‘s Niederwild“ o Öffentlichkeitsarbeit Nachfolgend berichtet Paul Schmid in Vertretung für Herrn Stephan Wunderlich freier Mitarbeiter vom DJV und LJV über die Abbalgstation in Rastatt

- Betrifft die Wildarten Fuchs, Dachs, Waschbär und Marder

- Offizieller Start ist im Januar 2017, jedoch kann auch bereits jetzt schon abgabefähiges Wild gesammelt werden.

- Balg muss ordentlich gestreckt sowie optimaler Weise in Papier eingewickeltwerden

- Eine gute Qualität des Balgs ist erforderlich, Herr Schmid empfiehlt das Erlegen mit einer kleinen Kugel hinter Blatt, auf das Haupt oder ggf. unter Verwendung von Schrot.

- Für einen Balg, in einer entsprechenden Qualität, werden 12€/Stück ab bezahlt.

- Bereits jetzt kann schon abgegeben werden, die abgegebene Stückzahl wird namentlich registriert und ab Januar 2017 vergütet.

- Informationen zu zentralen Gefriertruhen bzw. einem Abholservice werden kommuniziert, sobald nähere Einzelheiten bekannt sind

- Förderung durch Label „Schwarzwaldpelz aus nachhaltiger Jagd“

- Nähere Informationen finden Sie unter: www.jagdverband.de/content/spenden-f%C3%BCr-wild-jagd-und-natur Darauf folgt ein Vortrag von René Greiner vom LJV, Natur- und Artenschutz zum Thema „Allianz für Niederwild“

- Die Zielarten sind Rebhuhn, Feldhase und Fasan

- Herr Greiner stellt die Module der Allianz dar o Modul 1: Offizielle Projektkoordination durch die Wildforschungsstelle Aulendorf o Modul 2: Projektumsetzung in der Fläche durch LJV Baden-Württemberg - Es folgt die Erläuterung der einzelnen Maßnahmen im jeweiligen Modul

- Gründung der Allianz aus Vertretern von Jägern, Grundbesitzern, Kommunen, Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung. - Wieso Jäger? Sie spielen eine entscheidende Rolle, aufgrund ihres Know-Hows (Prädatorenbejagung & Hege von Niederwild) und weil sie nahe an Wild und Natur sind (Monitoring).

- Es soll im Rahmen des Artenschutzprogramms eine Niederwildmischung durch den LJV kompositioniert und evtl. subventioniert werden, um dem Niederwild eine notwendige Deckungsstruktur zu bieten.

- Herr Greiner berichtet über die LJV Lebensraumförderung, welche das Ziel verfolgt, niederwüchsige Strauchhecken als Deckungsmöglichkeit zu forcieren - Auch wird nochmals die zuvor von Herrn Schmid angesprochene Prädatoren

-Balgverwertung thematisiert (Abbalgstation Rastatt) - Seit 2011 wurden bereits 1.455 Füchse verwertet

- Es wird berichtet, dass sich die gesellschaftliche Akzeptanz ggü. Fuchspelz als Naturprodukt zunehmend verbessere und die Nachfrage steige. - Darüber hinaus berichtet Herr Greiner über die LJV

– Fortbildung und Beratung. Informiert wird über geplante Seminare und Workshops des LJV in den Bereichen Hegemaßnahmen/Biologie der Zielarten, Landwirtschaftliche Praxis/Grundlagen, Niederwildmonitoring, Prädatorenbejagung mit effektiver Fallen- und Lockjagd (insbesondere auch die Bejagung des Jungfuchses).

- Geplante Gründung der Allianz: Januar/Februar 2017 - Nächster Termin Tagung/Fortbildung: 11. Februar 2017 (Messe Ulm) - Ab Herbst 2017: Projekt „Fellwechsel“

- Im Übrigen präsentiert Herr Greiner am Beispiel der Allianz für Niederwild bei Fellbach die Möglichkeiten der Rebhuhnfütterung zur Sicherung, respektive Verbesserung des Bestands im Revier. Informationen zu Bauart der Fütterung und dem optimalen Standort, können den nachgereichten Präsentationsunterlagen von Herrn Greiner entnommen werden.

- Auf Rückfragen im Plenum ist festzuhalten, dass es derzeit zur Fütterung von Federwild im JWMG keine gesetzlichen Regelungen gibt.

- Empfehlung für die Anzahl der Fütterungen im Revier lt. Herr Greiner: Pro Rebhuhnpaar 2,5 Fütterungen - Abschließend berichtet Herr Greiner vom Projekt „Tierfund-Kataster“

- Totfunde jeglicher Wildarten können auf www.tierfund-kataster.de online erfasst und revierspezifisch ausgewertet werden.

- Dient der Identifikation von Unfallschwerpunkten und Seuchenzügen im Jagdrevier Paul Schmid berichtet über durchgeführte Aktionen der Hegegemeinschaft

- Saatkrähenhorstzählung mit Ermittlung der Schadenhöhe i.H.v. 108.000€

- Anschrieb an Minister Peter Hauck und Mitteilung an Reg.-Präsidentin Bärbel Schäfer

- Veröffentlich des Zählprotokolls in der Badischen Zeitung und Der JÄGER

- Allgemeiner Tenor: Bevölkerung soll auch weiterhin mit einbezogen und informiert werden Paul Schmid informiert und diskutiert bevorstehende Aktionen und Termine

- Revierübergreifende Krähen-/Elsternjagd: Februar 2017 (nähere Informationen folgen)

- Revierübergreifende Fuchsjagd: 08.01. – 15.01.2017 - Paul Schmid empfiehlt diesbezüglich revierübergreifende Absprachen - Hinweis: Übergreifende Jagden auf Krähen, Elstern und Füchse seien im Gesellschaftsvertrag der Hegegemeinschaft fest verankert.

- Streckelegung der erlegten Füchse ist am 15.01.2017 auf dem Schießstand in Bremgarten geplant. Es folgt eine Absprache mit der JV Freiburg, genaueres wird noch bekannt gegeben.

- Nächste Tagzählung: 18.12.2016 / 10:00-12:00Uhr

- Nachtscheinwerferzählung: 01.10. – 15.12.2016 - Rückmeldung bis zum 20.12.2016 an die Wildforschungsstelle Aulendorf und an die Hegegemeinschaft Rheintal GbR (z. Hd. Paul Schmid). Paul Schmid präsentiert zur Projekterstellung „Kibitz und Rebhuhn“

- Projektfläche sind ca. 2.000ha - Das Projekt umfasst drei Säulen o Blühstreifen o Biotopvernetzung o Prädatorenbejagung - Eventuell pro 100ha eine Rohrfalle möglich, u.U. werden Fallen und Melder durch LJV zur Unterstützung der Hegearbeit in der Hegegemeinschaft subventioniert.

- Herr Schmid berichtet über die legale Fallenjagd gem. JWMG zur Dezimierung der Prädatoren.

- Bei Interesse soll ein Wissenstransfer zum Thema Fallenbau und -jagd initiiert werden.

- Es folgen Informationen zu Bauweisen, Funktionen und Preisen von Fallen und Meldern.

- Bei Rückfragen rund um das Thema Fallenjagd besteht das Angebot sich jederzeit an Paul Schmid zu wenden. Schließung der Sitzung gegen 21.45 Uhr Protokoll erstellt am 03.11.2016 Julian Grethler

Erstellt am 28.03.2018
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