Pflege von Brauchtum und Jagdkultur durch unsere beiden Bläsergruppen.

Die Jägervereinigung Markgräflerland kann sehr stolz darauf sein, in ihren Reihen gleich zwei Bläsergruppen zu haben, die sich um den Erhalt und die Weiterentwicklung des Jagdhornblasens bemühen.

Was wäre für uns Jäger ein Jagdtag, der ohne das Signal „Aufbruch zur Jagd“ beginnt und ohne Hornsignale, die für jede einzelne, erlegte Tierart als Ausdruck unserer Erfurcht vor den Geschöpfen erklingen, endet?
Zu Ehren des erlegten Wildes erklingen die Hörner in Wald und Feld - so sollte es sein. Dieses Ziel ist aber nur eine von vielen Aufgaben, die von einer Bläserin, einem Bläser erwartet werden. Wir alle wissen, dass vor einem Erfolg zunächst ein enormes Maß an Übung notwendig ist. Zu diesen durchschnittlich wöchentlichen 2 Übungsabenden, kommen dann noch die öffentlichen Auftritte für Geburtstage und andere fröhliche Feiern, und es werden die Jagdfreunde begleitet, zu deren Ehren am offenen Grab das Signal „Halali -Jagd vorbei“ erklingt. Dies bedeutet auch bei einer relativ kleinen Jägervereinigung eine nicht nur für unsere Bläserinnen und Bläser, sondern auch für die jeweiligen Partner eine hohe Belastung.
Unsere Bläsergruppe des Hegerings Staufen/Münstertal unter Leitung von Herrn Huhle blickt inzwischen bereits auf 50 Jahre zurück, in denen das Jagdhornblasen ohne Stress aus reiner Passion betrieben wird. Bei vielen jagdlichen und sonstigen Anlässen, vorwiegend im Bereich Staufen Münstertal, sind sie, mit ihren Hörnern, Überbringer jagdlichen Brauchtums. Die Gruppe unterhält eine langjährige Partnerschaft mit einer Bläser Gruppe in Paderborn. Durch die häufigen gegenseitigen Besuche wurden bereits viele freundschaftliche Bande geknüpft. Dazu kommt jedes Jahr ein kleines Familienfest mit dem besonderen Ziel, die Öffentlichkeit mit dem Klang des Jagdhorns zu erfreuen und den Gästen mit einer guten Mahlzeit sowie Kaffee & Kuchen einige schöne Stunden zu bereiten.


Die Bläsergruppe Markgräflerland besteht seit 40 Jahren. Als gemischte Gruppe (Kleines Fürst Plesshorn und großes Parforcehorn beide in der Tonart B ) hat die Gruppe das Markgräflerland auf vielen Landes / Bundes und einer Europameisterschaft erfolgreich vertreten. Unter der musikalischen Leitung von Adolf Zettelmayer wurde die Gruppe zweimal Deutscher Meister und viele male Landesmeister in Baden Württemberg.
Beim erstmalig ausgetragenen Europawettbewerb kam man auf einen beachtlichen 4. Platz. Der fachmännischen Leitung von Adolf Zettelmmayer,ist es zu verdanken, daß die Bläsergruppe solche Erfolge vorzeigen kann. Adolf Zettelmayer erhielt in Anerkennung seiner besonderen Leistung, die Ehrennadel in Silber vom Land Baden Württemberg.
Die Begeisterung für die Jagdmusik in der Bevölkerung hat dazu geführt, dass seit vielen Jahren ein Großteil der Bläsergruppe zusätzlich auch als reine Parforcehorngruppe auftritt. Das große Repertoire anspruchsvoller Musikstücke, die teilweise ihren Ursprung im frühen Barock haben, machen das Musizieren mit dem großen Parforcehorn in „Es“ sehr reizvoll für Bläser und Zuhörer. Die Tatsache, dass wie bei dem kleinen Fürst-Pless-Horn nur Naturtöne ohne Zuhilfenahme von Ventilen geblasen werden, stellt für Kenner einen wohltuenden Kontrast zu der heutigen Elektronik Musik dar, ist aber eines der schwierigsten zu beherrschenden Instrumente.
Neben vielen Konzerten haben sich die jährlichen Hubertusmessen zu Ehren des Schutzpatrons der Jäger zu sehr beliebten Veranstaltungen etabliert, die immer bis auf den letzten Platz besetzt sind. An diesen wenigen Akzenten kann man den erheblichen Aufwand und das Engagement unserer Jagdhornbläser/innen ermessen, die gemeinsam locker neben den Übungsabenden auf ca. 100 Termine im Jahr kommen und damit zur Erhaltung des Kulturgutes „Jagd, jagdliches Brauchtum einschließlich des Liedguts“ für uns und die Gesellschaft insgesamt beitragen.

Erstellt am 30.06.2017
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