Entwicklung des Jagdhorns als musikalisches Sprachrohr der Jäger.

Bereits zu Urzeiten bestand für die Menschen nicht nur die Sehnsucht, sondern viel mehr
die absolute Notwendigkeit, sich auch über weite Entfernungen hinweg verständigen zu müssen.
Sei es, dass Gefahr im Verzug war oder weil ganz einfach wichtige Ereignisse bekannt werden
sollten.

Da es bekanntlich weder Telefon noch Fax oder e-mail gegeben haben soll - jedenfalls ist diesbezüglich nichts überliefert -, behalf man sich mit akustischen Signalen, die einem Horn mittels gekonntem Hineinblasen entlockt wurden. Ob es sich bei diesen Instrumenten um kleine Antilopenhörnchen oder um Hörner von Stieren und anderen Tieren handelte - in jedem Falle wurden Klänge erzeugt, die mit keinem anderen Ton des Waldes zu verwechseln waren. Diese Hörner oder Muscheln wurden auch in der europäischen Kultur als Signalinstrument von den Hirten, Jäger, Ritter oder Nachtwächtern bis über das Mittelalter hinaus benutzt. Im 17. Jahrhundert gelang es den Instrumentenbauer dünnwändige Hörner mit einer Hornlänge von bis zu 4 Metern herzustellen. Die Windungen waren so ausgelegt, daß die Hörner selbst beim Reiten über die Schulter gehängt werden konnten. Damit war das Parforcehorn geboren das über 11 Naturtöne verfügte und somit nicht nur das spielen von wesentlich melodischeren Signale erlaubte sondern auch einfachere Jagdmusik.

 

Im 19. Jahrhundert wurde dann abgeleitet vom militärischen Signalhorn, das kleine Jagdhorn geboren, das nach seinem Erfinder Fürst Pless auch Plesshorn genannt wird. Es verfügt über einen Tonfumfang von 5 Naturtönen und wird seit damals bei Treibjagden und sonstigen jagdlichen Anlässen für Vortragen von Jagdsignalen und einfachen Märschen verwendet.

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