Rauchwarnmelder retten Tierleben

Hekatron unterstützt Jäger bei der Rettung der Rehkitze

Erstellt am 03.07.2020

Markgräflerland (gaa). Wenn bei trockenem Wetter die hohen Wiesen und Matten gemäht werden, werden oft Rehkitze durch die Mähwerke verletzt oder getötet. Jäger aus dem Markgräflerland wenden deshalb jedes Jahr viele Stunden auf, um die schutzlosen Jungtiere vor dem Mähtod zu bewahren. In diesem Jahr haben sie erstmals Unterstützung vom Sulzburger Brandschutzunternehmen Hekatron bekommen.

Rehe bringen in der Regel jeden Frühsommer zwei Kitze zur Welt – meist von April bis Juli. Gerade in den ersten Wochen legen die Muttertiere ihre Jungen im vermeintlich sicheren hohen Gras einer Wiese ab. Droht Gefahr, verharren die Kitze instinktiv tief geduckt und reglos auf dem Boden, anstatt zu fliehen. Das hilft bei Raubtieren wie dem Fuchs oder dem Dachs - nicht jedoch, wenn der Schnitt ansteht, denn das ist auch die Zeit der ersten oder zweiten Grünmahd. Den modernen Mähmaschinen sind sie schutzlos ausgeliefert. So verlieren in ganz Deutschland jährlich etwa 100.000 Rehkitze ihr Leben.

Doch nicht nur Rehe, sondern auch Fasanen, Rebhühner, Hasen und andere Wildtiere sind den Gefahren oft schutzlos ausgesetzt. Um die Tierverluste, aber auch die daraus finanziellen Risiken der Landwirte (z.B. durch das Kadaver-verseuchte Futter) so gering wie möglich zu halten, werden mittlerweile viele Mähaktionen in enger Zusammenarbeit mit Jägern und Wildschützern durchgeführt.

Dabei haben sich der Einsatz von brauchbaren Jagdhunden sowie insbesondere fliegende Erkennungssysteme in Form von kleinen Drohnen mit angehängten Wärmebild- und normalen Digitalkameras bewährt: Beim systematischen Überfliegen von Wiesen vor der Mahd mit einem Multikopter werden Infrarotbilder an die Kitzretter übertragen. Die Rehkitze sind aufgrund ihrer Körpertemperatur in den frühen, kühleren Morgenstunden deutlich zu erkennen. Sie werden vom Kitzrettungs-Team aus dem Feld getragen, markiert und in den Schatten am Feldrand in eine Kiste gesetzt. Nach der Mahd werden sie wieder frei gelassen.

An dieser Stelle sind erstmals die Rauchwarnmelder der Firma Hekatron ins Spiel gekommen. „Oft haben wir erlebt, dass die Kitze nach kurzer Zeit wieder zurück ins Feld gelaufen sind. Wenn zwischen dem Transport der Kitze und dem Mähen einige Stunden liegen, war die ganze Aktion umsonst“, berichtet Jäger Paul Schmid aus Schmidhofen. Gemeinsam mit Jäger-Kollegen ist er dann eher zufällig auf eine Idee gekommen: „Wir haben überlegt, ob nicht eine akustische Alarmierung der Melder nach der Suchaktion verhindern könnte, dass die Tiere zurück in die vorgesehene Mähfläche laufen.“ Der Jäger und Hekatron-Mitarbeiter Julian Grethler hat die Idee dann mit zu seinem Arbeitgeber genommen: „In Zusammenarbeit mit der Ausbildungsabteilung haben wir insgesamt zehn Melder so umgerüstet, dass der Alarmierungston dauerhaft ertönt und vor einer möglichen Gefahr warnen soll.“

Ende Juni war es dann soweit: In Eschbach sollte eine rund 50 ha große Wiese abgemäht werden. Ab 4.30 Uhr morgens flog Drohnenpilot Michael Hin von der Kitzrettungsstation das Areal gründlich ab. „Insgesamt haben wir auf diese Weise in drei Tagen 20 Kitze gefunden“, erzählt Paul Schmid. „Durch die anschließend an der Waldkante aufgestellten Rauchwarnmelder mit Daueralarmsignal konnten viele schutzlose Kitze vor dem Mähtod bewahrt werden – aus unserer Sicht war das Pilotprojekt sehr erfolgreich.“ Paul Schmid dankte der Firma Hekatron für die Unterstützung und den beteiligten Landwirten für die Kooperation: „Wenn wir zusammenarbeiten, können wir viel erreichen.“

(Georg Auer)

Erstellt am 03.07.2020
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