Im Zeichen des Niederwildes

Paul Schmid erhält Wildhegeabzeichen

Erstellt am

Beim Landesjägertag Baden-Württemberg 2022 in Ilsfeld am 9. Juli ist Paul Schmid aus Schmidhofen mit dem Wildhegeabzeichen ausgezeichnet worden. Der Deutsche Jagdverband würdigt damit sein Verdienst für den Schutz von Hase, Rebhuhn, Fasan im Rahmen der „Allianz für das Niederwild.“

Paul gab das Lob an die Revierinhaber, Mitjäger und beteiligte Landwirte der Hegegemeinschaft Rheintal GbR weiter: „Nur durch die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre im Rahmen dieses Projektes haben wir das gemeinsam geschafft. Monitoring, Prädatorenbejagung und Biotopverbesserung sind die Zauberworte. Der Erfolg dieser Maßnahmen wurde durch die Wildforschungsstelle Aulendorf und den Landesjagdverband an das Landesministerium weitergegeben. Allen aktiven Jägern, die zum Erlangen dieses Wildhegeabzeichens des DJV beigetragen haben ein herzliches Waidmannsdank. Macht weiter so, um die Artenvielfalt im Markgräflerland zu bewahren!“

Der gesamte Landesjägertag stand im Fokus des Niederwildes. Leider verschwinden im Offenland Rückzugsräume und mit ihnen auch Rebhuhn, Feldhase und Co. Die ökonomischen Zwänge der Landwirtschaft, der gestiegene Flächenverbrauch und zu viele Beutegreifer bringen die gefährdeten Arten des Offenlandes in große Bedrängnis. Wollen hier Lösungen gefunden werden, braucht es ein breites Bündnis aller Akteure in der Agrarlandschaft, eine „Allianz für Niederwild“. Zu dieser Allianz gab der zuständige Bereichsleiter des LJV, René Greiner, einen umfassenden und alarmierenden Impulsbeitrag. „Wir haben in der Agrarförderung und in den Modellregionen bereits viel erreicht. Dennoch müssen wir nun mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Lebensraumaufwertung und gezielter Bejagung der Beutegreifer in die breite Fläche. Bevor es zu spät ist!“, betonte er dabei.

Anschließend gab es ein Podiumsgespräch mit dem Minister des MLR, Peter Hauk, MdL, Reinhold Pix, MdL, Jürgen Maurer (LBV/VJE), Dr. Janosch Arnold (WFS), Werner Kuhn (Landwirt und Jäger) sowie Dr. Martin Remmele (LJV-Landesobmann für Arten- und Naturschutz). Beim Thema Rebhuhn, war schnell klar, dass der Fokus auf die Struktur des Lebensraums allein nicht ausreichend ist: „Nur wer nicht gefressen wird, kann schöner wohnen“, äußerte Werner Kuhn und leitete damit zur Raubwildbejagung über. Außerdem lassen die Menschen es kaum zu, dass Gelege ihre notwendige Ruhe haben: „Wir befinden uns in einer Verhaltenskrise der Menschheit; das Freizeitverhalten der Menschen wird zunehmend schlimmer“, äußerte Jürgen Maurer. Aus dem Gespräch ging hervor, dass es noch einige Meilensteine auf dem Weg zu einem niederwildfreundlichen Management zu bezwingen gibt.

Die Delegiertenversammlung des Landesjägertags, die am Nachmittag stattfand, wurde von Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann eröffnet. Sie ist das höchste Beratungs- und Entscheidungsgremium des Landesjagdverbands Baden-Württemberg e.V. Die 236 Delegierten der regionalen Jägervereinigungen Baden-Württembergs, der außerordentlichen Mitglieder und der Mitglieder des LJV-Präsidiums tagen einmal jährlich an wechselnden Orten im Land. Der LJV vertritt die Interessen von rund 33.500 Jägerinnen und Jäger in Baden-Württemberg.